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Aktuelle Rückblicke

How to Become an Environmental Lawyer – Rückblick auf unser Event bei A&O Shearman mit Hannah Kitani*

*Hannah Kitani studiert im zweiten Semester des deutsch-französischen Studiengangs Rechtswissenschaften, ist Stipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung und nimmt seit dem SS 26 am Environmental Law Certificate des ELC teil.

Wie wird man eigentlich Umweltjurist*in? 

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, besuchten Studierende des Environmental Law Centers am 16. April das Düsseldorfer Büro von A&O Shearman. In offener Gesprächsatmosphäre hatten die Studierenden die Gelegenheit, mit Partner Dr. Udo H. Olgemöller und Associate Sarah Weber einen Blick in die Praxis des öffentlichen Wirtschafts- und Umweltrechts zu werfen.

Was ist ein*e Umweltjurist*in? 

Zunächst gab uns Dr. Olgemöller einen Einblick in den Organisationsaufbau und in die tägliche Arbeit bei A&O Shearman. Dabei wurde deutlich, wie sehr sich die Arbeit in einer global ausgerichteten Großkanzlei von der in einer mittelständischen Kanzlei unterscheidet. Während die Themenfelder ähnlich sein mögen, bestimmen grenzüberschreitende Sachverhalte den Alltag bei A&O Shearman. Das Arbeitsfeld von Dr. Olgemöller und seinen Kolleg*innen ist hierbei breit gefächert: Es reicht vom Umwelt-, Energie- und Produktrecht über das Genehmigungs- und Planungsrecht bis hin zum Vergabe- und Beihilferecht. Besonders spannend waren die Einblicke in den Bereich der Investitionskontrollen. Hier agieren Jurist*innen an der Schnittstelle von Recht und Geopolitik, indem sie Mandate durch Genehmigungsverfahren begleiten und die rechtlichen Rahmenbedingungen mit den zuständigen Ministerien abstimmen. Ein Praxistipp von Sarah Weber: Der Blick ins deutsche Lobbyregister ermöglicht es, die Positionen verschiedener Akteure zu analysieren und regulatorische Trends besser vorhersehbar zu machen.

Was macht eine*n gute*n Umweltjurist:in aus? 

In der Diskussion hebte sich schnell die Besonderheit der interdisziplinären Natur des Fachs heraus. Ein reger Austausch mit Sachverständigen, Ökonom*innen, Policy-Makern und Lobbyist*innen sei Alltag für eine*n Umweltjurist*in. Essenziell sei daher ein klares Profil durch verschiedene Stationen im Studium und Referendariat. Dr. Olgemöller illustrierte zudem die Bedeutung von Sprachkenntnissen am Beispiel des Unionsrechts: Da EU-Richtlinien in allen Amtssprachen verbindlich seien, kann der gezielte Vergleich verschiedener Sprachfassungen genutzt werden, um eine Norm auszulegen. Auch über Folgen des KI-Zeitalters wurde diskutiert.

Sarah Weber betonte, dass heutzutage der versierte Umgang mit KI aktiv von Mandant*innen erwartet wird. Sie setzte jedoch ein wichtiges Korrektiv: Gerade bei neuen, komplexen Regulierungen (etwa im Wasser- oder Chemikalienrecht), zu denen es noch keine gefestigte Rechtsprechung oder Literatur gibt, bleibt die klassische juristische Auslegungsmethode unersetzlich.

Was macht ein*e Umweltjurist:in in der Praxis? 

Besonders greifbar wurde der Abend durch die Vorstellung aktueller Mandate. Wir erhielten Einblicke in die Beratung des Insolvenzverwalters der deutschen Standorte von DOMO Chemicals. Inmitten der Energiekrise galt es, ökologische Sicherheitsrisiken bei einer Stilllegung zu vermeiden und gleichzeitig Investorenlösungen zur Rettung der Standorte zu finden. Zudem wurden aktuelle Debatten rund um Upstream-Emission-Reduction-Projekte diskutiert. Die Studierenden erhielten Einblicke in das enorme Konfliktpotential im Umweltrecht, das sich bei Unregelmäßigkeiten in Klimaschutzprojekten, die eigentlich zur Erfüllung der Treibhausgasquote beitragen sollten, zeigte. Schließlich verdeutlichten Erläuterungen zu Anti-Suit Injunctions, wie umweltrechtliche Streitigkeiten auch auf prozessrechtlicher und internationaler Ebene geführt werden.


Der Abend klang bei Snacks und Drinks in einer entspannten Networking-Runde aus. Die persönlichen Einblicke in die Karrierewege von Herrn Dr. Olgemöller und Frau Weber waren motivierend und gaben uns eine Vorstellung davon, was es heißt, die ökologische Transformation juristisch zu begleiten. Ein herzlicher Dank gilt den Gastgeber*innen und dem Team des Environmental Law Centers für die Organisation dieser lehrreichen Veranstaltung.